Beitrag des europäischen Netzes von Christen, adressiert
an die Mitglieder des Konventes für die Zukunft Europas
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Sowohl die aktuellen historischen Herausforderungen
wie auch die Erwartungen der Bürger rufen heute nach einem europäischen
Bewusstsein. Dies haben wir in dem jüngst verabschiedeten gemeinsamen
Manifest in Berlin zum Ausdruck gebracht. Wir begrüßen dort
ausdrücklich die Einberufung des Konventes für die Zukunft Europas
durch die Staats- und Regierungschefs mit dem Ziel, die Grundlagen für
eine europäische Verfassung festzulegen.
Auf der Grundlage des in der Erklärung von Laeken gesteckten
Rahmens möchten wir drei Aspekte betonen, auf die sich unsere Aufmerksamkeit
mit Blick auf den Konvent für die Zukunft Europas besonders richtet.
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- Die Erklärung von Laeken hebt hervor, dass der Erfolg der europäischen
Konstruktion we-sentlich darauf beruht, dass ein Zustand des Rechts etabliert
wurde. Dieser Erfolg war je-doch manchmal behindert durch die Vorherrschaft
des freien Warenverkehrs, zum Schaden einer umfassenderen Vorstellung der
menschlichen Person, wie sie den europäischen Tradi-tionen, getragen
von den Christen und den Humanisten, entspricht.
Wir beharren deshalb auf der Notwendigkeit, eine Charta der Grundrechte
anzunehmen und die Entscheidungsmechanismen zu harmonisieren mit dem Reichtum
unserer ethischen und spirituellen Traditionen: Der Respekt vor der Würde
eines jeden Menschen; Vergebung und Versöhnung; der Appell an die Bereitschaft
der größeren Mitgliedsländer, ihren Willen nicht den Kleineren
aufzuzwingen; die Solidarität der Reicheren mit den Ärmeren.
- Die Erweiterung der Europäischen Union ruft bei vielen Ländern
noch große Ängste hervor. Als Christen sehen wir hingegen in der
Erweiterung eine große Chance. Die beiden Heraus-forderungen, die der
Vertiefung und die der Erweiterung, enthalten die gleiche Hoffnung: Eine wirkliche
politische Gemeinschaft mit einer für die Union von Staaten und Nationen
angemessenen föderativen Struktur zwischen unseren Ländern als gleichberechtigten
Part-nern zu schaffen.
Die Erklärung von Laeken bleibt in diesem Punkt problematisch. Wir
hoffen, dass der Kon-vent stärker herausarbeiten wird, dass wir eine
europäische Föderation benötigen, die sich an den Prinzipien
Solidarität und Subsidiarität orientiert und die Unterschiedlichkeit
der politi-schen Geschichte, der Traditionen und der Kulturen ihrer Mitglieder
respektiert und betont, dass die Europäische Förderation mit Blick
auf ihren Auftrag, ihren territorialen Umfang und ihre politische Ordnung
notwendigerweise entwicklungsfähig bleiben muss.
- Schließlich spricht sich die Erklärung von Laeken für eine
neue Rolle Europas in der globa-lisierten Welt aus, in der Europa seiner Verantwortung
für eine moderne Methode des Re-gierens und Verwaltens der internationalen
Angelegenheiten nachkommt.
Wir unterstreichen heute die genannten Perspektiven. Wir hoffen dabei, dass
der Konvent Vor-schläge für die institutionellen Reformen unterbreitet,
die es der Europäischen Union erlaubt wirkungsvoll die genannten Fähigkeiten
zu erfüllen, mit Kohärenz und Transparenz. Dabei müssen die finanziellen
und ökonomischen Kosten einer solchen Verantwortung mitgetragen werden.
Wir stehen jedenfalls bereit, unseren Teil dazu beizutragen.
Für andere Informationen : http://www.zdk.de
- e-mail : europe@ssf-fr.org
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