Die Religionen,
Krieg oder Fried en in unseren Gesellschaften?
Freitag vormittag8.00 Empfang der Teilnehmer
9.00 Einführung Jérôme Vignon, Präsident der Französischen Sozialwochen
9.15 Prolog
Diskussion zwischen Vertretern staatlicher und religiöser Instanzen aus
Lyon und der Region: Welche Erwartungen bestehen an die jeweils andere
Seite?
10.00 Die Religionen unter Anklage
Danièle Hervieu-Léger, Religionssoziologin, Präsidentin der
« Ecole des hautes études en sciences sociales »
Zwischen offenen Konflikten, Terrorismus oder Aufrufen zum Kreuzzug scheinen die Religionen häufiger ein Faktor des Krieges als des Friedens zu sein. Ist der « clash of civilisations » nicht schon Realität? Welches sind die « Friktionspunkte » zwischen den Religionen und unseren Gesellschaften, an denen die Unstimmigkeiten sich entzünden? Themen wie die Grenzen der Biotechnologie, die Integrität menschlichen Lebens, Anfang und Ende des Lebens, die Andersheit von Mann und Frau sind hierfür beredte Beispiele. Ist die Situation in den verschiedenen europäischen Ländern dieselbe?
10.30 Debatte
11.00 Pause
11.30 Von der Gleichgültigkeit zum Angefragtsein
Mit Jean-Louis Schlegel, Soziologe, Verleger
Trotz einer massiven, wenngleich verunsicherten religiösen Gleichgültigkeit bleiben die Religionen nach weitverbreiteter Auffassung vieler Sinnressourcen und Faktoren des Zusammenhalts, deren Einfluss sich anderen Wegen als über die Massenkommunikation erneuert. Von den Medien gewöhnlich ins
Lächerliche gezogen, werden sie paradoxer Weise angesichts der neuen Herausforderungen des Zusammenlebens immer häufiger angefragt oder in Anspruch genommen. Kann man hier von « offener » Laizität sprechen?
und Paul-Michaël Zulehner, Professor für
Religionssoziologie und Theologie an der Universität Wien
12.10 Debatte
12.30 Mittagessen
Freitag nachmittag
14.00 Die Religionen in der Gesellschaft, Verstehensschlüssel
Bruno-Marie Duffé, philosoph und Theologe
Jenseits der per definitionem auf Neutralität verpflichteten soziologischen Analysen, gilt es, die konstitutiven Elemente einer Religion in Erinnerung zu rufen. Denn eine Religion lässt sich nicht auf Fragen der Mitgliedschaft, der Überzeugungen, der Riten und des Verhaltens reduzieren. Sie ist vor allem eine Sache der Erinnerung und der Weitergabe. Gedächtnis, Glaube, Solidaritäten und ethische Überzeugungen halten das Band zwischen der Religion und der Gesellschaft, in der sie lebt, lebendig.
14.30 Rolle und Ort der Religionen in der Gesellschaft
Podium, moderiert von Henri Tincq, Schriftsteller und Journalist bei "Le Monde des Religions", "Le monde" 
Mit Régine Azria, Soziologin,Mustapha Chérif, eh. Minister, eh. Botschafter,
Islamwissenschaftler
und Paul Valadier, Jesuit,
Professor für Moral-und politische Philosophie
Welcher Art sind die Antworten der Religionen auf die aktuellen Fragen unserer Gesellschaften? Diese Podiumsrunde ermöglicht es, die eventuelle Distanz zwischen den verschiedenen Religionen einzuschätzen und die jeweiligen Standpunkte kennen zu lernen. Wie weit geht die Instrumentalisierung, als deren Opfer sie sich häufig darstellen? Sie selbst können darlegen, welches - aus ihrer Sicht - ihr wirklicher Platz in der Gesellschaft ist und wie Glaubensakt, Mitgliedschaft und Sichtbarkeit zusammenhängen.
16.00 Debatte
16.45 Pause
17.00 Szenische Darstellung der religiösen Erinnerungen in Lyon
Geneviève Iacono, Universitätsdozentin
Diese Szenographie vergegenwärtigt 20 Jahrhunderte einer besonders reichen und alten Religionsgeschichte in der Stadt Lyon, die mit der Geschichte Lyons im Ganzen untrennbar verbunden ist und den Wandel der Beziehungen von Religion und Gesellschaft im Lauf der Jahrhunderte veranschaulicht.
Last update : 23/07/2008